Welche Anforderungen werden heute an Schulnetzwerke gestellt?

Gibt es geeignete und bezahlbare Lösungen für jede Schule?

Diesen Fragen geht der folgende Beitrag nach.

Bei Schülerinnen und Schüler erfolgt in dieser neuen Lernkultur das Lernen zunehmend autonom, selbstgesteuert, kooperativ, fächerübergreifend, an außerschulischen Lernorten.

Pädagogen werden zunehmend ihren Unterricht individualisieren, in wechselnden Teams arbeiten, kooperativ individuelle Förderkonzepte entwickeln, kommunizieren und dokumentieren. Sie werden individuelles Lernen durch Förderkonzepte steuern, Portfolio-Konzepte entwickeln, Material zum autonomen Lernen bereitstellen, außerschulische Lernorte einbinden, ihre Rolle hin zum Berater/Vermittler verändern.

Schulen werden eigenverantwortlich bzw. arbeiten in Verbünden, schaffen Ganztagsangebote, öffnen sich für außerschulische Lernorte, ermöglichen Arbeiten über den Tageskanon hinaus, präsentieren ihre Arbeit der Öffentlichkeit.

Computer in Schulen und ihre Peripherie sind heute vernetzt. Unvernetzte Geräte machen weder pädagogisch noch aus der Sicht der Technik und des Supports einen Sinn.
Die notwendige Infrastruktur folgt Hardware-Standards, die sich seit Jahren bereits in der Wirtschaft und nun auch im privaten Haushalt durchgesetzt haben.

Notebooks halten in schnellem Tempo Einzug in die privaten Haushalte von Lehrern und Schülern. Immer mehr mobile Endgeräte werden in die Schule mitgenommen und dort verwendet.
Die Netzwerke benötigen Instrumente, mit denen alle Benutzer schnell, komfortabel, sicher und ohne lange Einarbeitung ihre Aufgaben erfüllen können. Das gilt für Schülerinnen und Schüler aller Schulformen, für Lehrerinnen und Lehrer, für Benutzer-Administratoren wie für Systemverwalter komplexer Schulnetzwerke.

Spezialisten wie in der Industrie sind jedoch weder bezahlbar noch aus den vorhandenen Personalressourcen heraus auszubilden.
Zudem werden an Schulnetzwerke mit extrem heterogener, zum Teil gesponserter Hardware, mit schmalbandigen Internetanbindungen, mit Multi-User-Arbeitsplätzen, an denen am Tag manchmal zwanzig und mehr Schüler hintereinander arbeiten, völlig andere und oft höhere Anforderungen gestellt, als an die Computernetzwerke von Büros in Mittelstand und Industrie.

Andererseits benötigen Schulnetzwerke anders als ihre Pendants in Büros kontrollierte Freiräume für ihre Benutzer. Das Netz soll Schüler und Lehrer zum kreativen Umgang anregen und nicht durch komplizierte technische Sperren die Motivation ersticken, sich die Neuen Medien als universelles Werkzeug zu erschließen.

Mit einfachen Mechanismen müssen Arbeitsergebnisse dargestellt werden können. Wechselnde Lerngruppen und Lehrerteams benötigen effiziente und schnelle Kommunikation, die z.B. das kooperative Selbstlernen unterstützt. Eine schulbezogene eigene Mailadresse und eine eigene, einfach zu administrierende Homepage zur Darstellung des eigenen Portfolios sind z.B. ebenso unerlässlich wie der differenzierte und gesteuerte Zugriff auf alle Ressourcen, die kreatives und kooperatives Lernen erst möglich machen.


Ein Schulnetzwerk benötigt spielerische Zugänge zu den Neuen Medien wie z.B. geschützte Chaträume. Schülern muss die Möglichkeit gegeben werden, ihre Phantasien darzustellen. Überhaupt sollte die Kommunikation in jeder Richtung durch einfache Instrumentarien gefördert werden. Foren sind eine bekannte und bewährte Plattform für effiziente Gruppen-Kommunikation, Newsletter ein sehr effizientes Werkzeug, Informationen schnell, weit und differenziert zu verbreiten, E-Mail dient dem schnellen persönlichen Austausch. Wikis, Blogs, CMS (Content Management Systeme) und Kursmanagementsysteme beweisen täglich weltweit ihre Fähigkeit, Inhalte strukturiert zu sammeln, darzustellen und zur Diskussion zu stellen.

Alle Formen sind wie geschaffen für Schule – sie benötigen indes eine einfach zu durchschauende und bedienende Oberfläche. Das gelingt Systemlösungen erheblich leichter, die ihre Dienste über eine Weboberfläche, also im beliebigen Browser anbieten.

Schülerinnen und Schüler werden sich diese Instrumente nur nachhaltig und umfassend aneignen können, wenn ihnen genügend zuverlässige und vernetzte Geräte am Arbeitsplatz Schule zur Verfügung stehen, um in selbst gesteuerten Lernphasen ihrem individuellen Lernfortschritt entsprechend arbeiten zu können – mit ihren persönlichen sowie gemeinsam nutzbaren Daten.

Unverzichtbar sind bislang noch sogenannte „Medieninseln“ mit mehreren Rechnern in Klassen-, Fach- und Differenzierungsräumen sowie in öffentlichen Schülertreffs, Pausenhallen und dergleichen. Und wenn Mobiles Lernen als ehrgeiziges Projekt die Qualität des Unterrichts erheblich steigern will, ist auch für eine unkomplizierte, aber verlässliche sowie abgesicherte Anbindung von Schüler- und Lehrernotebooks über ein professionelles WLAN zu sorgen.


Das Umwandeln z.B. von Arbeitsergebnissen in Printform darf nicht wie bisher allgemein üblich nur unter Aufsicht möglich sein, sondern sollte mittels geeigneter Software kontrolliert, aber selbstgesteuert erfolgen. Und ihre multimediale Präsentationen von Arbeitsergebnissen werden Schüler klassen- oder schulintern gern selbstständig veröffentlichen, wenn ihnen dazu leicht zu bedienende Werkzeuge an die Hand gegeben werden.


Für Lehrerinnen und Lehrer gilt dies entsprechend. Sie benötigen neben ungehinderter schriftlicher Kommunikation untereinander und mit Schülern andererseits mehrere nach Zugriffsrechten differenzierte „Orte“ im Schulnetz, an denen sie ihre Aufgaben veröffentlichen und ggf. mit Arbeitsergebnissen oder schul- und weltöffentlichen Quellen verknüpfen. Dadurch wird ein schul- oder fachspezifischer Wissenspool wachsen, auf den weitere Schüler, Lehrer oder ggf. die Öffentlichkeit zugreifen können. Nur so kann gelingen, die unermesslichen Schätze von pädagogischen Erfahrungen einem größeren Kreis an der eigenen Schule und gegebenenfalls Kooperationsschulen nutzbar zu machen und damit das Schulprofil zu prägen.


Wenn jedoch alle Benutzer des Schulnetzwerks keinen Zugriff auf die Dienste haben, sobald das Schultor geschlossen wird, bleiben alle Bemühungen nur Stückwerk. Denn im Gegensatz zu einem Mitarbeiter eines Betriebes ist es insbesondere für Schüler wie Lehrer am Nachmittag, Abend und Wochenende notwendig, ihre Arbeit fortzusetzen. Einem Schulnetzwerk ohne autorisierten Zugang vom häuslichen Arbeitsplatz wird es an Akzeptanz mangeln, weil Daten nur während der Schulzeit zur Verfügung stünden und der Datentransport durch technische Hürden erschwert würde. Es ist heute unverzichtbar, dass der Schulserver rund um die Uhr seine Dienste bereitstellt und von außen über abgesicherte Verbindungen und Protokolle jederzeit erreicht werden kann.

Die in der demokratischen Schulkultur unverzichtbare Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften und weiterem Personal wird durch einen geregelten Zugang zum Schulnetz erheblich erleichtert. Jede Gruppe benötigt gezielte Information und Kommunikation, abgestimmt auf ihre Interessen und Rechte.

Der häusliche und die schulischen Arbeitsplätze sollten beim Zugriff auf das Netz nahezu die gleichen Möglichkeiten bieten, günstig wären gleiche Oberflächen und Instrumente. Das erfordert zweifellos sehr leistungsfähige, speziell angepasste und fortwährend aus der Schulpraxis weiter zu entwickelnde Software für das Schulnetzwerk. 
In einer Lernkultur, in deren Zentrum problemorientiertes, selbstgesteuertes und kooperatives Lernen sowie die Vermittlung von Medienkompetenz stehen, müssen demnach die Instrumente eines Schulnetzwerks speziell auf schulische Anforderungen abgestimmt sein.

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Anforderungen an Schulnetzwerke – Lösungen