Leitgedanken von Jürgen Schuppe

Schulentwicklung vollzieht sich heute mehr denn je unter dem Einfluss von Computer und Medien. In der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts sind die „Neuen Medien“ allgegenwärtig und in der Mitte unserer Gemeinwesen angekommen. Sie prägen insbesondere die Erfahrungswelt unserer Schülerinnen und Schüler. Schule und Unterricht erfahren heute eine sehr dynamische Entwicklung, die nur noch vor diesem Hintergrund denkbar ist.

Chance und Risiko sind dabei zwei Seiten einer Medaille. Experten warnen bereits seit Jahren vor den Risiken der intransparenter globaler Datenvernetzung. Heute gilt als unbestritten, das das allgegenwärtige Netz neue Spielregeln verlangt, die Schule für ein auskömmliches Miteinander und professionelle Arbeit benötigt. Es sei nur auf die aktuelle Diskussion zum Datenschutz, zur NSA-Affäre, Facebook und zu Datenclouds verwiesen.

Auf der anderen Seite erleben Kolleginnen und Kollegen bereits täglich die Chancen, die eine vernetze Medienwelt für einen modernen Unterricht bietet. Und vor dem Hintergrund mediengeprägter Schülerinnen und Schüler, eines zunehmend individualisierten Lernens und nicht zuletzt vor den Herausforderungen der Inklusion akzeptiert wohl jeder Unterrichtende wohlwollend, dass das Netz den Unterricht mit und über Medien eine unvergleichliche Bereicherung darstellen kann – eine verlässliche Infrastruktur vorausgesetzt. Ob elektronische Karten, Recherchen im Web, audiovisuelle Simulationen, oder einfach nur im Schulnetz systematisch verfügbare Arbeitsblätter – sie alle gestalten den Unterricht interessanter, unterstützen in geeigneter Weise individuelles Lernen, erleichtern den Austausch im (Fach-)Kollegium und darüber hinaus, sind schnell einsatzbereit und besonders aktuell, um nur einige Vorteile zu nennen. 

Der unkomplizierte und flexible Einsatz dieser Medien im Unterricht gilt als Grundvoraussetzung für ein Lernen mit und über Medien. So gelangt ein bedeutsames Unterrichtsziel in den Fokus: eine angemessene Medienkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler als Schlüsselkompetenz wie Lesen, Schreiben und Rechnen.

Der Arbeitsplatz Schule verändert sich damit rasant – insbesondere dort, wo das Lernen und Arbeiten mit „Neuen Medien“ als tägliche Herausforderung begriffen werden. In den lokalen Schulnetzen arbeiten Lehrer wie Schüler immer häufiger an PCs. Schulen machen sich mit Notebooks auf den spannenden Weg des Mobilen Lernens. Niedersachsen kann in dieser Hinsicht als Vorreiter gelten. Alle an Schulen tätigen Menschen sind mehr vernetzt. Ein Paradigmenwechsel wird somit eingeleitet. Lehrerinnen und Lehrer verändern ihre Rolle zum Berater, zum Experten für selbst gesteuertes individuelles Lernen. Schülerinnen und Schüler beweisen täglich ihre Kompetenzen im Umgang mit der komplexen IT. Der Schulerfolg geht damit belegbar einher. Schule verändert sich insgesamt zu verknüpften Lernorten mit erheblicher Eigendynamik.

Die Niedersächsische Landesregierung hat unter diesem Eindruck bereits im Jahr 2012 ein Konzept beschlossen, das der Medienbildung mehr Struktur verleihen soll: „Medienbildung in Niedersachsen – Meilensteine zum Ziel“. Unter „ Weiterentwicklung des niedersächsischen Bildungsnetzes“ findet sich dort neben dem Ausbau des Niedersächsischen Bildungsservers (NiBiS) und des „Merlin“-Portals auch „die Entwicklung von Standards für Art und Umfang der Hardwareausstattung und deren Vernetzung in Schulen sowie für die Wartung der Schul-IT Infrastruktur“ sowie eine „flächendeckende Einführung von digitalen Lern- und Arbeitsumgebungen für Schülerinnen und Schüler“.

Das Strategiepapier haben weitere Schulen und ihre Schulträger ermutigt, sich den Herausforderungen zu stellen, die die Einführung einer systematischen IT-Lösung bedingen.

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